Leiser speisen: Akustik in Restaurants verbessern

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Einführung in die Akustik in Restaurants

Gute Küche, freundlicher Service und eine stimmige Atmosphäre – all das entscheidet über den Erfolg eines Restaurants. Was viele unterschätzen: Die Raumakustik ist ein wesentlicher Teil dieser Atmosphäre. Ist der Schallpegel dauerhaft hoch, steigt die Anstrengung beim Zuhören, Gespräche werden hektischer, die Verweildauer sinkt und damit oft auch der Umsatz pro Tisch. Eine durchdachte Klangumgebung dagegen lässt Gäste entspannen, fördert längere Aufenthalte und positive Bewertungen. Geräuschquellen gibt es reichlich: Stimmengewirr, Besteck, Kaffeemaschine, Küchengeräusche, Hall von glatten Oberflächen oder Musik.

LärmquelleBeschreibungEinfluss auf GästeMessgröße / ZielwertQuick Win
StimmengewirrÜberlagerte Gespräche im RaumErhöhte Anstrengung, kürzere VerweildauerLAeq ideal ≤ 70 dBZonenbildung mit hohen Rückenlehnen
Harte FlächenGlas, Fliesen, Beton reflektieren SchallHall, schlechte SprachverständlichkeitNachhallzeit (RT60) ~ 0,6–1,0 sTextile Wand-/Deckenfelder ergänzen
TrittschallSchritte, Stuhlrücken, KörperschallSpitzenpegel, UnruheFilzgleiter, Teppichläufer einsetzen
Maschinen & MusikKaffeemaschine, Spülmaschine, zu laute MusikMaskiert Sprache, wirkt „hektisch“Musikpegel 5–10 dB unter SprachpegelEQ: weniger Höhen, Pegel drosseln

Besonders kritisch sind Räume mit viel Glas, Zement, Fliesen und nackten Wänden, denn harte Flächen reflektieren Schall stark. Das Ziel ist daher, Schallenergie zu lenken, zu streuen und zu absorbieren – mit architektonischen Mitteln, einem passenden Raumlayout und gezielt ausgewählten Materialien. Akustik ist kein Luxusprojekt für Neubauten; auch im laufenden Betrieb lassen sich mit kleinen Eingriffen spürbare Effekte erzielen. Wichtig ist ein systematisches Vorgehen: Bestandsaufnahme, Prioritäten setzen, Maßnahmen testen, Wirkung messen. So entsteht Schritt für Schritt eine Restaurantakustik, die Gespräche erleichtert, Mitarbeitende entlastet und die Esskultur Ihres Hauses hörbar verbessert.

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Die Rolle von Möbeln in der Akustik

Möbel sind mehr als nur Sitzgelegenheiten und Ablageflächen – sie formen die akustische Identität eines Gastraums. Tische, Stühle, Bänke, Theken und Regale bestimmen, wie Schall sich ausbreitet, reflektiert oder absorbiert. Glatte, harte Oberflächen bündeln Energie und verlängern Nachhallzeiten, während weiche, strukturierte oder perforierte Elemente diese reduzieren. Schon die Wahl zwischen Massivholz, HPL oder gepolsterten Flächen beeinflusst die Restaurantakustik messbar. Auch Unterkonstruktionen, Kanten, Tischkantenprofile und die Kopplung zum Boden spielen eine Rolle: Filzgleiter, Teppichinseln oder akustisch entkoppelte Tischgestelle vermindern Körperschall und Trittschall.

MöbeltypAkustischer EffektEmpfohlene EigenschaftenAnordnungstipps
PolsterbänkeAbsorbieren SprachfrequenzenHohe, gepolsterte Lehnen; offenporige BezügeRücken an harte Wandflächen stellen
Stühle (gepolstert)Reduzieren ReflexionenTextil/Kunstleder mit VliesWechsel mit Holzelementen zur Streuung
TischeUnterbinden Tisch–Decke-ReflexionAbsorbermatte an UnterseiteKeine langen, parallelen Reihen
Regale/RaumteilerSchallbarriere + DiffusionTeilweise offen, textile EinsätzeZwischen lauten und ruhigen Zonen
TeppichinselnDämpfen Tritt- & KörperschallStrapazierfähig, leicht zu reinigenUnter Laufwegen und Tischgruppen

Entscheidend ist das Zusammenspiel vieler kleiner Lösungen: Ein paar schalldämpfende Möbel allein genügen selten; erst ihre Verteilung im Raum, kombiniert mit Decken- und Wandmaßnahmen, sorgt für eine ruhige Klangumgebung. Möblierung ist zudem ein schneller Hebel, weil sie ohne große Bauarbeiten verändert werden kann. Im Folgenden finden Sie konkrete Ansatzpunkte, wie Sie mit schalldämpfenden Möbeln und einer cleveren Anordnung die Raumwirkung verbessern.

Auswahl schalldämpfender Möbel

Setzen Sie auf Polsterstühle, Sitzbänke mit hoher, gepolsterter Lehne und Stoffbezüge mit offenporigen Geweben. Solche Oberflächen absorbieren besonders im Sprachfrequenzbereich. Lochblechfronten mit dahinterliegendem Vlies, Akustikpaneele aus Filz oder Holzlamellen mit Absorberkern können als Rückenwände von Bänken oder als Sideboards gestaltet werden – funktional und dekorativ zugleich. Tische mit akustischen Unterseiten (z. B. dünne Absorbermatten oder kaschierte Filzplatten) reduzieren Reflexionen zwischen Tischplatte und Decke. Teppichläufer unter Tischreihen dämpfen Trittschall und reduzieren klirrende Geräusche.

Auch Regalmodule mit textilen Einlagen oder Vorhängen helfen, Schall zu „schlucken“. Achten Sie bei der Materialwahl auf Reinigungs- und Brandschutzanforderungen in der Gastronomie; viele Hersteller bieten heute schwer entflammbare Stoffe und Kunstleder mit guten akustischen Eigenschaften an. Wichtig: Kombinieren Sie verschiedene Absorberklassen, statt sich auf ein einziges „Wundermöbel“ zu verlassen – Diversität der Oberflächen führt zu breiterbandiger Wirkung.

Höhe und Anordnung der Möbel

Hohe Bankrücken und Stellwände wirken wie akustische Barrieren und schaffen diskrete Zonen, in denen Gespräche weniger in den Raum abstrahlen. Platzieren Sie Sitzgruppen so, dass nicht alle Schallstrahlen direkt auf harte, parallele Flächen treffen. Leicht versetzte Tischreihen, abgerundete Ecken und Regale als Raumteiler vermeiden Flatterechos. Unterschiedliche Sitzhöhen – Barhocker am Tresen, normale Stühle im Gastraum, Lounge-Sessel in Wartebereichen – streuen den Schall in viele Richtungen.

Achten Sie auf ausreichende Abstände zwischen Tischen; mehr Luft zwischen den Schallquellen reduziert Pegelspitzen und steigert den Komfort. Testen Sie die Wirkung praktisch: Stellen Sie vorübergehend mobile Paneele oder Pflanzenkübel zwischen Tische und hören Sie den Unterschied im Servicebetrieb. Diese kleinen Layout-Experimente zeigen schnell, wo dauerhafte Möbellösungen die größte akustische Rendite bringen.

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Die Bedeutung von Stoffen und Materialien

Textilien sind die verborgenen Helden wirksamer Akustiklösungen. Gardinen, Vorhänge, Tischwäsche, Wandbespannungen, Bespannungen an Deckenbaffeln und Polsterbezüge verbessern die Sprachverständlichkeit deutlich, wenn sie korrekt dimensioniert sind. Entscheidend sind Flächenanteil, Flächengewicht, Porosität und Montageart.

Stoff/MaterialAkustische WirkungEinsatzbereichPflege / Brandschutz
Molton/DimoutHohe Absorption, besonders mittlere FrequenzenVorhänge, WandflächenSchwer entflammbar (z. B. B1) verfügbar
WollfilzBreitbandige DämpfungPaneele, Sitzbezüge, SetsSchonreinigung, gute Haltbarkeit
AkustikgewebeZielgerichtete AbsorptionDeckenbaffeln, ScreensPflegeleicht, oft zertifiziert
Kunstleder + VliesAbsorption bei SprachfrequenzenBänke, StühleAbwischbar, B1-Qualitäten wählen
Teppiche/ LäuferTritt- & Klappergeräusche runterLaufwege, WartebereicheSchmutzfang, regelmäßige Pflege

Doppellagige Vorhänge mit Luftspalt absorbieren mehr als eine dünne Stoffbahn direkt an der Wand. Auch Kunstleder kann – in Kombination mit Schaum oder Vlies – akustisch wirksam sein, wenn es nicht zu stark versiegelt ist. Für die Gastronomie zählen zudem Hygiene und Pflege: abwischbare, robuste Qualitäten sind Pflicht. Materialien sollten in ihrer Gesamtheit gedacht werden: Eine harte Tischplatte kann mit textiler Tischdecke, Filzset oder Unterseite kompensiert werden; kühle Steinböden vertragen Teppichinseln in Laufwegen; glatte Wände profitieren von Paneelen, Bildern mit Akustikfüllung oder Bücherregalen. So entsteht ein ausgewogenes Materialkonzept, das Design, Praxis und Restaurantakustik zusammenbringt.

Akustisch wirksame Stoffe

Geeignet sind schwere, dicht gewebte Vorhänge (z. B. Molton, Dimout), Wollfilze, Samt und moderne Akustikgewebe. Offene Strukturen lassen Schall eindringen und in der Faserreibung in Wärme umwandeln – das reduziert Nachhallzeiten.

Für Tischbereiche empfehlen sich Stoffservietten, Tischläufer oder pflegeleichte Textil-Blendings, die Klappern und Kratzen mindern. Wandteppiche oder textile Wandfelder fügen warme Haptik hinzu und wirken zugleich als Absorber. Wichtig ist die richtige Platzierung: Stoffe an Erstreflexionsflächen (gegenüber von Gesprächsgruppen, entlang langer Wände) wirken besonders stark. Prüfen Sie Musterstücke im Raum; schon ein paar Quadratmeter gut positionierter Stoff können den akustischen Charakter spürbar verbessern, ohne den Stil zu brechen.

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Layout-Tricks für eine bessere Akustik

Layout ist der unsichtbare Dirigent der Raumklänge. Beginnen Sie mit Laufwegen: Direkte Korridore von Küche zu Tischen erzeugen Geräuschspitzen – ein sanft gewundener Weg mit Stellwänden, Regalen oder Pflanzen streut Schall. Große, parallele Flächen sollten unterbrochen werden, etwa durch Säulenverkleidungen, Nischen oder halbhohe Regale. Deckenbaffeln, Pendelleuchten mit akustischer Schale und abgehängte Segel fangen Reflexionen über den Köpfen ab, wo Sprachenergie sonst wie ein Deckel zurück in den Raum geworfen wird.

MaßnahmeZielWo anwendenHinweis
ZonenbildungGespräche entkoppelnZwischen TischgruppenHohe Rückenlehnen/Paravents nutzen
Deckenbaffeln/SegelErstreflexion oben reduzierenÜber TischreihenMit Pendelleuchten kombinierbar
Erstreflexionsflächen dämpfenHall senkenLange Wände, gegenüberliegende FlächenPaneele/Bilder mit Akustikfüllung
Tresen ausrichtenLärm nicht in den Raum blasenBar-/KaffeezoneSchalldämpfende Front, seitliche Ausrichtung
PflanzenkübelStreuung + AbsorptionOffene Flächen, EingangsbereicheGroße, poröse Substrate wählen
TischabständeDirekten Übersprechpegel senkenGesamter GastraumMehr Luft zwischen Hotspots

Planen Sie den Tresen nicht als „Schallkanone“ in die Mitte, sondern mit seitlicher Ausrichtung und schalldämpfenden Fronten. Wichtig: Akustik darf den Servicefluss nicht behindern. Daher lieber mehrere kleine Elemente strategisch platzieren, statt eine einzige große Barriere zu schaffen. Mit einem klaren Raumlayout verbinden Sie Ästhetik, Ergonomie und Ruhe.

Raumaufteilung und Zonenbildung

Gliedern Sie den Gastraum in Zonen: Paare, Familien, Gruppen, Wartende. Jede Zone erhält passende Möbel und akustische „Kokons“. Hohe Polsterbänke oder akustische Screens an Gruppentischen, locker gestellte Zweiertische für intime Gespräche, ein gepolsterter Wartebereich mit Teppich und Vorhängen – so entstehen Inseln, in denen sich Sprache nicht unkontrolliert überlagert.

Vermeiden Sie, dass laute Zonen (Eingang, Tresen, Kaffeemaschine) direkt auf ruhige Bereiche abstrahlen; nutzen Sie Raumteiler als Schallschirme. Selbst Pflanzen in großen, porösen Kübeln streuen und dämpfen Schall überraschend gut. Arbeiten Sie mit Blickachsen: Was das Auge strukturiert wahrnimmt, wirkt auch akustisch geordnet. Gäste erleben das Ergebnis als „angenehm ruhig“, ohne dass der Raum leise oder dumpf wirkt.

Praktische Tipps für Restaurateure

Starten Sie mit einer Hörprobe zu Stoßzeiten und notieren Sie Hotspots. Messen ist hilfreich, aber Ihr Team weiß am besten, wo es „dröhnt“. Tauschen Sie testweise harte Dekorobjekte gegen textile Elemente aus, legen Sie Teppichläufer in Laufwegen aus und entkoppeln Sie wackelnde Tische. Bringen Sie unter ausgewählten Tischplatten dünne Absorber an und setzen Sie Filzgleiter überall ein. Ergänzen Sie hohe Rückenlehnen oder mobile Paravents zwischen dicht belegten Tischen.

AufgabeAufwandKosten (relativ)WirkungVerantwortlich
Hotspots identifizieren1–2 Servicezeiten beobachtenSchnelle PriorisierungInhaber:in, Serviceleitung
Filzgleiter & Entkopplung1 NachmittagWeniger KörperschallHausmeister:in/Team
Mobile Screens testen2–3 Stunden€€Deutliche PegelminderungTeam vor Ort
Absorber unter Tischplattenpro Tisch 10–15 Min.€€Weniger ReflexionenSchreinerei/Team
Musik-EQ & Pegel anpassen30 MinutenWeniger Schärfe, bessere SpracheInhaber:in/Technik

Prüfen Sie Musiklautstärke und Equalizer – weniger Höhen bedeutet weniger Schärfe. Kommunizieren Sie Änderungen: „Jetzt noch gemütlicher – dank optimierter Akustik“ schafft Erwartung und Verständnis. Planen Sie Investitionen stufenweise, beginnend bei den lautesten Bereichen. So erhöhen Sie Schritt für Schritt die Aufenthaltsqualität und die Effizienz Ihres Service.

Fazit

Eine gute Restaurantakustik entsteht aus vielen kleinen, klugen Entscheidungen: schalldämpfende Möbel, wirkungsvolle Stoffe, ein strukturiertes Raumlayout und gezielte Akustiklösungen an den richtigen Stellen. Wer hört, misst, ausprobiert und nachjustiert, verwandelt Lärm in lebendigen Klang. Das Ergebnis sind entspannte Gäste, motivierte Mitarbeitende und ein Ambiente, das Ihren gastronomischen Stil hörbar unterstreicht – Tag für Tag.

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